Beim Bestellen eines Weins kann ein französischer Rebsortenname schnell zur kleinen Sprechprobe werden. Auxerrois wird nicht so ausgesprochen, wie die Schreibweise auf den ersten Blick vermuten lässt. Ich zeige die französische Aussprache, eine gut verständliche deutsche Lautnähe und erkläre, woran man die Rebsorte im Glas erkennt.
So klingt Auxerrois richtig und bleibt im Gedächtnis
- Aussprache: etwa „O-sär-wa“, phonetisch [ɔsɛʁwa].
- Endung: „-rois“ klingt wie „wa“, nicht wie „ro-is“.
- Rebsorte: Auxerrois ist eine weiße Burgundersorte und nicht identisch mit Weißburgunder.
- Stil: meist weich, körperreich und eher säuremoderiert mit feinen Frucht- und Honignoten.
- Herkunft: Besonders wichtig ist die Sorte im Elsass, an der Mosel sowie in Baden und der Pfalz.

Die korrekte Aussprache von Auxerrois
Französisch wird Auxerrois ungefähr „O-sär-wa“ ausgesprochen. Die internationale Lautschrift lautet [ɔsɛʁwa]. Das französische „r“ sitzt dabei weiter hinten im Rachen als das deutsche Zungenspitzen-r, aber für ein Gespräch unter Weinfreunden reicht die deutsche Annäherung völlig aus.
Der entscheidende Punkt liegt am Ende. Die Buchstabenfolge „-rois“ wird nicht einzeln als „ro-is“ gesprochen, sondern bildet den Laut „wa“. Wer „O-ks-er-ro-is“ sagt, orientiert sich zwar verständlich an der Schreibweise, trifft aber nicht die französische Aussprache.
| Schreibweise | Aussprache | Merksatz |
|---|---|---|
| Auxerrois | „O-sär-wa“ | Das Ende klingt wie „wa“. |
| Auxerre | „O-sär“ | Die Stadt endet ohne das „wa“. |
| Pinot Auxerrois | „Pi-no O-sär-wa“ | Pinot wird wie im Französischen üblich ausgesprochen. |
Ich würde im Deutschen nicht versuchen, den französischen Akzent künstlich nachzuahmen. „O-sär-wa“ ist klar, korrekt genug und wird im Restaurant oder im Fachhandel sofort verstanden.
Warum die Schreibweise so viele Fehler provoziert
Auxerrois stammt aus dem französischen Sprachraum, und die Endung „-ois“ folgt einer französischen Lautregel. Ähnliche Beispiele sind „Bourgeois“ oder „François“, bei denen die Buchstaben ebenfalls nicht so ausgesprochen werden, wie deutsche Leser sie spontan lesen würden.
Zusätzlich verwirrt die Nähe zum Ortsnamen Auxerre im Burgund. Auxerre klingt ungefähr „O-sär“, während Auxerrois mit dem zusätzlichen „wa“-Laut endet. Die Namen gehören sprachlich zusammen, sind aber nicht austauschbar.
Typische Aussprachefehler
- „Aukserrois“: Das „x“ wird nicht wie ein deutsches „ks“ gesprochen.
- „Oks-er-ro-is“: Die Endung wird zu stark nach der Schrift gelesen.
- „O-sär-rua“: Das „r“ sollte nicht wie ein langes deutsches Doppel-r rollen.
- „Auxerroise“: Die Rebsorte heißt Auxerrois. Ein zusätzliches „e“ gehört nicht in den Namen.
In der Praxis zählt für mich vor allem, dass der Name flüssig klingt. Eine kurze Pause zwischen „O-sär“ und „wa“ hilft am Anfang, später sollte das Wort als eine weiche französische Einheit gesprochen werden.
Was Auxerrois als Rebsorte auszeichnet
Auxerrois ist eine weiße Rebsorte aus der Burgunderfamilie. Sie reift vergleichsweise früh und entwickelt oft ein großzügigeres Mundgefühl als sehr säurebetonte Sorten. Genau diese Kombination macht sie für kühlere Weinregionen interessant.
Im Glas zeigt sich Auxerrois häufig eher leise als laut. Ich erwarte meist Aromen von gelbem Apfel, Birne, heller Blüte und manchmal Honig, dazu eine milde bis moderate Säure. Je nach Ausbau kann der Wein schlank und frisch wirken oder deutlich cremiger und voller ausfallen.
Die Sorte wird sowohl reinsortig als auch im Verschnitt eingesetzt. Im Elsass begegnet sie häufig gemeinsam mit Weißburgunder, während Winzer in Baden, der Pfalz und an der Mosel auch eigenständige Auxerrois-Weine abfüllen.
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Warum der Standort den Geschmack verändert
Auf kühlen, kalkreichen Standorten kann Auxerrois eine angenehme Frische bewahren. Bei sehr warmer Reife und niedriger Säure wirkt der Wein dagegen schnell breit oder süßlich, selbst wenn er trocken ausgebaut wurde.
Auch der Ertrag spielt eine Rolle. Ertragsreduzierte, gut ausgereifte Trauben bringen meist mehr Konzentration, während einfache Weine aus höheren Erträgen zurückhaltender und neutraler schmecken können. Das erklärt, warum zwei Flaschen mit derselben Rebsortenangabe sehr unterschiedlich ausfallen.
Auxerrois und Weißburgunder sind nicht dasselbe
Die beiden Sorten werden oft verwechselt, weil sie miteinander verwandt sind und ähnliche Einsatzgebiete haben. Genetisch und geschmacklich handelt es sich jedoch um zwei eigenständige Rebsorten.
| Merkmal | Auxerrois | Weißburgunder |
|---|---|---|
| Säure | meist moderat und weich | oft etwas straffer und frischer |
| Körper | häufig füllig und rund | eher präzise bis cremig |
| Aromatik | gelbe Frucht, Honig, dezente Würze | Apfel, Birne, Nuss und Blüten |
| Verwendung | sortenrein oder als Verschnitt | sortenrein, als Sektgrundwein und im Verschnitt |
Im Elsass kann die Bezeichnung zusätzlich für Verwirrung sorgen, weil Auxerrois und Pinot Blanc traditionell gemeinsam verwendet werden. Deshalb frage ich bei einem Wein mit der schlichten Angabe „Pinot Blanc“ gern nach, ob es sich um einen reinen Weißburgunder oder um eine Cuvée mit Auxerrois handelt.
Für die Kaufentscheidung ist diese Unterscheidung nicht nebensächlich. Wer einen besonders säurefrischen Weißwein sucht, greift eher zu einem straff ausgebauten Weißburgunder. Wer Fülle und milde Säure bevorzugt, findet bei Auxerrois oft die passendere Stilistik.
So gelingt die Aussprache beim Weinabend
Ich merke mir den Namen in zwei Teilen: zuerst „O-sär“, danach kurz „wa“. Zusammengesetzt klingt das Wort dann wie „O-sär-wa“. Diese Methode funktioniert besser, als die gesamte Buchstabenfolge auf einmal zu entziffern.
- Sprich „Auxerre“ zunächst wie „O-sär“.
- Hänge den französischen Laut „wa“ an.
- Verbinde beide Teile ohne hartes deutsches „r“.
- Übe den Namen einmal in einem natürlichen Satz, etwa „Ich nehme den Auxerrois aus Baden“.
Im Restaurant genügt ein einfacher Satz wie „Ein Glas Auxerrois, bitte“. Niemand erwartet eine perfekte französische Phonetik. Entscheidend ist, die Endung nicht als „ro-is“ zu lesen und den Namen nicht mit Weißburgunder gleichzusetzen.
Wenn ich eine Flasche vorstelle, nenne ich außerdem kurz die Region oder den Stil. „Ein trockener Auxerrois aus der Pfalz“ ist für Gäste hilfreicher als nur die korrekte Aussprache, weil sofort eine geschmackliche Erwartung entsteht.
Was nach der richtigen Aussprache im Glas wichtig wird
Die Aussprache ist der kleine Einstieg, die Qualität entscheidet sich aber im Wein. Ich serviere Auxerrois meist bei 8 bis 10 Grad Celsius. Zu kalt verliert er seine feinen Frucht- und Honignoten, zu warm wirkt seine moderate Säure schnell schwerfällig.
Als Begleiter passt er zu mildem Fisch, Geflügel, Spargel, cremigen Gemüsegerichten und nicht zu kräftigem Weichkäse. Besonders gelungen finde ich Kombinationen, bei denen der Wein etwas Körper braucht, aber keine aggressive Säure gefragt ist.
Die kurze Merkhilfe bleibt daher einfach: Auxerrois klingt wie „O-sär-wa“. Wer das beherrscht und zugleich weiß, dass es sich um eine eigenständige, meist weiche weiße Burgundersorte handelt, spricht nicht nur den Namen richtig aus, sondern versteht auch, was ihn im Glas erwartet.